NARJESUS erweitert den Horizont – Blog

NARJESUS erweitert den Horizont – Blog

jesus.de und die emergente Reise von Chef Rolf K.

Wer unter den bekennenden Christen kennt es nicht – das Web-Portal jesus.de, das 1996 von Rolf Krüger gegründet und später vom FeG-Hausverlag Bundes-Verlag Witten (heute Teil der Stiftung Christliche Medien SCM) übernommen wurde. Als Veteran des Internets und der UNIX-Welt, der das World Wide Web von seinen Anfängen her kennt, noch die ultralangen Grafikladezeiten des NCSA-Mosaic-Browsers miterleiden durfte und dankbar für die wesentlichen Verbesserungen durch den Netscape Navigator war, war ich zu einer Zeit im Web unterwegs, wo zwar die “dunkle Seite der Macht” allenthalben schon präsent war, aber christliche Web-Seiten noch dünn gesät waren und es zum Diskutieren praktisch nur die von lautstarken Aversionen einiger Hardcore-Atheisten gegen den christlichen Glauben geprägte Usenet-Newsgroup de.soc.weltanschauung.christentum gab. Und so freute ich mich über jede neue vernünftige bekennend-christliche Seite im Web neben meiner damaligen bescheidenen Homepage und nahm begeistert das neue Portal jesus.de auf, wo ich mir sogleich einen Account besorgte.

Schon bald allerdings erlahmte mein Interesse an jesus.de, weil die Diskussionen in den Foren zunehmend von Personen dominiert wurden, die eine echte Freude und Begeisterung im Heiligen Geist über Gott, sein Wort und seine Ordnungen nicht nachvollziehen konnten und stattdessen Themenpakete und Fragestellungen, die von der Bibel her eigentlich schon beantwortet sind, in fruchtloser Weise immer wieder neu aufzuschnüren versuchten, statt danach zu streben, die Gesamtperspektive der Bibel zu solchen Themen zu ergründen, zu erhellen und klarer darzustellen. Biblische Sichtweisen wurden, selbst wenn sie auf höherem intellektuellen Niveau und reflektierend eingebracht wurden, immer stärker zerredet oder mit Frownie-Faces abgestraft.

Diese Entwicklungen bei jesus.de verbuchte ich für mich unter die analogen liberalen Tendenzen, die sich bereits vorher erst bei “dran” und dann bei “family” durchzusetzen begannen und die ich wegen der Bundes-Verlag-Trägerschaft bei diesen Medien und aufgrund meiner Gemeindeerfahrungen vor 2000 vor allem mit einem bestimmten Persönlichkeitstypus der jüngeren Generation im FeG- und landeskirchlichen Bereich assoziierte, der einer charismatischen Begeisterung über Gott skeptisch bis ablehnend gegenüberstand.

Vor einigen Jahren bemerkte ich schließlich anhand der Verlinkungen und des Tenors der Postings in seinem persönlichen Blog “Auf’n Kaffee”, daß jesus.de-Gründer und -Chefredakteur Rolf Krüger – der selbst nicht zum Bund FeG gehört, sondern Presbyter in der Martin-Luther-Kirchengemeinde Witten ist – sich mehr und mehr der Emergenten Bewegung angenähert hat und inzwischen endgültig dort angekommen ist: Unter Rolf Krügers drei herausragenden “Unbedingt besuchen”-Links mit Logo befindet sich auch “Emergent Deutschland”, für deren jüngstes “Emergent Forum 2011: Welt. Kultur. Erbe.” in Berlin er zudem mit “Sehen wir uns?” Werbung gemacht hat, und alles, was an externen Beiträgen “Beste Bohne” ist, stammt zu mindestens 75% aus der deutschen und internationalen Emergenten Bewegung: TobyFaix, P.OST (Andrew Perriman), peregrinatio (Peter Aschoff), Jesus needs new PR (Matthew Paul Turner, Christian Left),  Daniel Ehniß, Phil Mehrtens, Kester Brewin, Sarcastic Lutheran (Nadia Bolz-Weber), etc. … um nur einige Beispiele zu nennen. Bei gesellschaftspolitischen Themen wie Bildung und Gender Mainstreaming spielen er und Peter Aschoff einander die Bälle zu. Mit diesem verbindet ihn darüber hinaus auch die theologische Vorliebe für den in der ganzen emergenten Welt kräftig mitmischenden britischen postmodernistisch-dekonstruktionistischen Theologen Andrew Perriman (P.OST).

Was hat aber nun “Auf’n Kaffee”, das persönliche Blog von Rolf Krüger, und seine darin sichtbar werdende pro-emergente Haltung mit jesus.de zu tun?

Antwort: Bei jesus.de – eigentlich ein Portal für die ganze bekennende christliche Szene – lassen feste redaktionelle Bestandteile wie z.B. bestimmte Auswahlpunkte in den Menüleisten nur allzu deutlich die Präferenz des Chefs für die Emergente Bewegung erkennen.

Screenshot von jesus.de mit geöffnetem Blog-Menü

Screenshot von jesus.de mit geöffnetem Blog-Menü: Emergente Blogs (hier rot gefärbt) werden so eingebunden, als wären sie wie die jesus.de-eigenen Blogs (hier blau gefärbt) Bestandteile von jesus.de.

Neben den jesus.de-internen Blogs “InMediasRes” (Kino) und “Backstage” (sowie bis vor kurzem “Kuriosa”) sind die emergenten Blogs “Auf’n Kaffee” und “peregrinatio” (sowie bis vor kurzem der in der emergenten Peripherie wandernde “Wegbegleiter”) praktisch wie ein offizieller Bestandteil von jesus.de in die Menüleisten eingebunden, flankiert durch den Blog des in emergenten Kreisen populären BFeG-Präses Ansgar Hörsting sowie durch den Blog “Dienstagsmail” des Schweizer Kommunikationsprofis, Unternehmensberaters und “InstitutPlus”-Ausbilders Markus Baumgartner aus der “BewegungPlus”, die sich in den letzten Jahren leider stark für das postmodernistische Denken geöffnet hat und 2011 eine Ministry-Conference mit Johannes Reimer veranstaltete. Blogs wie etwa TheoBlog oder andere am biblisch-christlichen Denken ausgerichtete Blogs wird man an dieser Stelle vergeblich suchen.

Nimmt man noch die unter “Jesus & Du” eingebundenen Links auf “Wertvollwort eCards”, “Ich liebe dich. Gott” und “Mensch Jesus” der Designerin und Kommunikationsexpertin Eva Jung – die sich offen zu Rob Bell und seinen NOOMA-Videos bekennt – hinzu, so könnte man meinen, jesus.de wäre gewissermaßen der “Vorhof” von Rolf Krügers persönlichem Blog “Auf’n Kaffee” mit seinem emergenten Gedankengut.

Neben diesen äußerlichen Merkmalen stützen aber auch die in den jesus.de-Foren getätigten Äußerungen Rolf Krügers diesen Eindruck. So wird das jesus.de-Interview mit Rob Bell “Gemeinde muss sich ständig verändern” von Mai 2011 – das ob der allzu deutlich erkennbaren sympathetischen Perspektive, aus der heraus es geführt wurde, auf TheoBlog kritisch als “weiterer Tiefpunkt in der Geschichte der deutschen Evangelikalen” bezeichnet wird – zunächst “offen” zur Diskussion gestellt, um dann aber sehr schnell klarzumachen, daß man mit Kritikern eben dieses sympathetischen Interviewstils, bei dem schon in einigen der Interview-Fragen die Prämissen der Emergenten Bewegung unhinterfragt als wahr vorausgesetzt werden, eigentlich nicht auf einer Ebene diskutieren möchte:

jesus.de: Rob Bell im Interview: Gemeinde muss sich ständig verändern

12.05.2011, 16:58 Uhr

Wir laden herzlich zum Austausch über den Artikel “Rob Bell im Interview: Gemeinde muss sich ständig verändern” ein.

apologet: Interview ist reines Stichwortgeben für Emerging Church

12.05.2011, 23:31 Uhr

Meine Güte, wird Jesus.de jetzt offiziell Plattform für das emergente Evangelium?

sdg
apologet

Mr.News (Rolf Krüger): Re: Interview ist reines Stichwortgeben für Emerging Church

13.05.2011, 10:26 Uhr

Hi!

Weißt du, wir haben kein Interesse daran, andere zu demontieren oder zu diskreditieren, sondern wollen vielmehr innerhalb eines gewissen Rahmens ein tieferes Verständnis für Menschen und Ideen ermöglichen. Was der Einzelne dann mit diesem Verständnis macht, ist seiner freien Entscheidung überlassen. Ich glaube nicht, dass wir Menschen mit allen Mitteln zu einer bestimmten theologischen Linie zwingen können und sollten. Vor allem nicht, in dem wir aggressiv gegen Andersdenkende vorgehen. Vielleicht kannst du das nicht nachvollziehen, aber wir glauben, das ist der bessere Weg.

LG,
Rolf

apologet: Re: Interview ist reines Stichwortgeben für Emerging Church

13.05.2011 17:43 Uhr

Hallo Rolf,
> Weißt du, wir haben kein Interesse daran, andere zu demontieren
> oder zu diskreditieren, sondern wollen vielmehr innerhalb eines
> gewissen Rahmens ein tieferes Verständnis für Menschen und
> Ideen ermöglichen.
wer erwartet denn so etwas? Es wäre jedoch immerhin ein Anfang gewesen mit etwas Distanz die kontroversen Thesen anzusprechen, welche von Rob Bell auf dem Kongress bzw. allgemein vertreten werden und ihm nicht nur begeistert Stichworte zu liefern. Die Erwartung, das er kritisch hinterfragt würde, hatte ich gar nicht.

> Was der Einzelne dann mit diesem Verständnis macht, ist seiner
> freien Entscheidung überlassen. Ich glaube nicht, dass wir
> Menschen mit allen Mitteln zu einer bestimmten theologischen
> Linie zwingen können und sollten. Vor allem nicht, in dem wir
> aggressiv gegen Andersdenkende vorgehen. Vielleicht kannst du
> das nicht nachvollziehen, aber wir glauben, das ist der bessere
> Weg.

Du bastelst einen Strohmann bzw. möchtest Kritiker in eine bestimmte Ecke drängen. Unfein. Niemand fordert dies. Die Theologie Bell’s ist kontrovers und wird überall diskutiert, nicht nur von konservativen Hardlinern – so wie Du das hier suggerieren willst. Interessieren würde mich jedoch, wer mit “wir” gemeint ist. Die Interviewer oder die Jesus.de-Redaktion?
LG
Andreas

(aus: jesus.de Foren: Rob Bell im Interview: Gemeinde muss sich ständig verändern, Posts Nr. 8953097, 8954411, 8955097, 8956263 vom 12./13.05.2011)

Man mache einmal ein Gedankenexperiment und setze Mark Driscoll oder John Piper an die Stelle von Rob Bell, um Rolf Krügers Argumentation zu entlarven: Mit Sicherheit hätte jesus.de in diesen Fällen das Interview in ganz anderer Weise kritisch geführt.

Nun kann die jesus.de-Redaktion gerne schreiben, was sie möchte; tragisch ist, daß ein Portal, das von seinem Namen und seiner Ursprungsidee her dem bekennenden Christsein eigentlich eine Web-Heimat versprach und es nach außen hin repräsentieren sollte – und dementsprechend eine gesunde Bibelorientierung in seinem Herzen haben müßte -, von seiten der Hausredaktion so unverhohlen eine Bewegung und eine Philosophie protegiert und bewirbt, die Wahrheit und Realität derart aufzulösen bestrebt ist, daß der Sinn von Bibeltexten zu Kernbereichen biblisch-christlicher Lehre wie Evangelium und Heilsplan Gottes radikal umdefiniert wird und darüber hinaus Wirklichkeit, Ethik, Recht, Freiheit und Verantwortung zu Geiseln einer menschengemachten liberalistisch-kommunitarianistischen Agenda werden.

Während somit ein Andrew Perriman bei Rolf Krüger natürlich stets unter “Beste Bohne” läuft, dürfte narjesus ob dieses und anderer Statements eher unter “Kalter Kaffee” rangieren. Aber laß Dir gesagt sein, Rolf: Im narjesus-Café schmeckt sogar der kalte Kaffee immer noch besser, als Dein Kaffee selbst heiß jemals schmecken wird…

Wahrheit, Erkenntnistheorie und Evangelium nach Tobias Faix

Tobias Faix, der intellektuelle Kopf des “Emergent Deutschland”-Netzwerkes, läßt in seinem zweiteiligen Posting “Weltbild & Wahrheit” durchblicken, wie sehr der Postmodernismus sein Denken bestimmt, indem er zunächst einmal wesentliche Aspekte des Evangeliums und der biblisch-christlichen Lehre wie Bekehrung, Gerettet- und Verlorensein als “regional westlich geprägt” relativieren möchte:

[...]

Ich: O.k., und wie zeigt sich das Evangelium?
Mann: Nun, es ist das Kreuz und die Auferstehung Christi.
Ich: Und was bedeutet das?
Mann: Wie “was bedeutet das”?
Ich: Was heißt das für ihr Leben?
Mann: Dass ich mich für diesen Jesus entscheide, ihn als Herrn anerkenne, ihm kompromisslos nachfolge und anderen davon erzähle, damit sie nicht verloren gehen.
Ich: Das verstehe ich, es ist aber auch eine sehr westliche Interpretation des Evangeliums, in Südamerika oder Afrika würde man dies vielleicht an manchen Stellen ganz anders sehen und wir sind ja noch nicht in Details.

[...]

(aus: tobys blog, “Weltbild & Wahrheit Part 1″, 14.10.2011)

Der letzte Satz weist in Richtung einer ganz bestimmten Argumentation, auf die ich ausführlich in meinem Posting zu “Amahoro Africa” im Abschnitt “Die Theologie von Amahoro Africa und ihre strategische Bedeutung” eingegangen bin.

Im weiteren Verlauf, bei der Diskussion mit einem anderen Blogger, zeigt sich, daß Tobias Faix auch durch und durch von der postmodernistischen Konzeption von Wahrheit und Erkenntnistheorie geprägt ist:

Blogger Tobias Faix hat gesagt…

Hans-Christian: Mmhh, würdest du behaupten, dass es unter uns Menschen nur ein richtiges Weltbild gibt? Eine richtige Erkenntnis? Und nur eine richtige Wahrheit?

Dezember 13, 2011

Blogger Hans-Christian B. hat gesagt…

Das würde ich schon behaupten, und wir sollten alle auf dem Weg dahin sein.
Es wird auf alle Fälle kein synkretistischer Kompromiss sein, und falsche Prämissen sind eher hinderlich.

Dezember 13, 2011

Blogger Hans-Christian B. hat gesagt…

p.s. Deine Fragen klingen ein bisschen nach Nathan dem Synkretisten von Lessing.

Dezember 13, 2011

Blogger Tobias Faix hat gesagt…

Lieber Hans-Christian, sorry, dass ist mir ein bisschen zu billig, du hast die Wahrheit, ich weiche von deinen Vorstellungen ab, also bin ich ein Synkretist. Du bist zu schlau, um mir so was verkaufen zu wollen…

Dezember 13, 2011

Blogger Hans-Christian B. hat gesagt…

Du bist nicht deshalb ein Synkretist, weil du von mir abweichst, sondern weil du offensichtlich meinst, es gebe mehrere “richtige Wahrheiten”. Wie soll denn das gehen? Dürfen die sich auch diametral widersprechen?

Dezember 13, 2011

Blogger Hans-Christian B. hat gesagt…

Wenn wir inhaltlich voneinander abwichen, wäre das sicher zu klären, doch offenbar weichen wir epistemologisch und methodisch voneinander ab.
Das ist dann schwer. Wie bei Wittgensteins Sprachspielen, wo einer die Spielregeln des anderen nicht kennt, oder anerkennt.

Dezember 13, 2011

(aus: tobys blog, “Weltbild & Wahrheit Part 2″, Kommentare vom 13.12.2011)

Die postmodernistische Sicht von Wahrheit und Erkenntnistheorie läßt sich nicht mit dem Zeugnis der Bibel vereinbaren. Die Lehre von einer absoluten Wahrheit, die zumindest grundsätzlich (wenn auch nicht vollständig) dem menschlichen Denken zugänglich ist, die klar und logisch erfaßbar ist, ist nicht spezifisch aristotelisch oder griechisch-römisch-heidnisch, wie uns Vertreter der Emergenten Bewegung immer wieder weismachen wollen, sondern biblisch. Sie entspricht einem Gott, der Wahrheit und Klarheit liebt, und sie entspricht dem Weheruf des Propheten Jesaja gegen diejenigen, die – auch mit philosophischer Schläue – es lieben, klare Kategorien aufzulösen und durcheinanderzumischen:

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!

(Jesaja 5,20-21, Luther-Übersetzung)

Der harte Kern gemeinsamer Grundüberzeugungen in der Emergenten Bewegung

Vor einigen Tagen ging es in einem Posting am Rande darum, daß die von der Emergenten Bewegung selbst gerne nach außen gekehrte theologische Diversität in den eigenen Reihen nur Marginalien betrifft und sich vielmehr ein deutlich wahrnehmbarer, charakteristischer harter Kern gemeinsamer theologisch-weltanschaulicher Grundüberzeugungen in der Emergenten Bewegung ausmachen läßt. Genau dieser theologische Kern des emergenten Mindsets soll nun hier umrissen und dargestellt werden.

Die mit Abstand hervorstechendste und die gesamte Emergente Bewegung überhaupt als solche definierende Leitidee ist, wie schon vielfach hier festgestellt, das Vertreten der postmodernistischen Weltanschauung mit allen ihren Implikationen wie:

  • die behauptete völlige Unzugänglichkeit von absoluter Wahrheit und objektiver Realität,
  • der Konstruktivismus als Erkenntnistheorie,
  • die zentrale Rolle der zeitlich-örtlichen Sprach- und Kulturgemeinschaft als Konstrukteur von Wahrheit und Realität sowie der zeitlich-örtlich lokalisierten Glaubensgemeinschaft als Konstrukteur von Theologie,
  • die Überordnung des narrativen Elements und des “Storytelling” über Fakten, die Überordnung von Frage-Frage-Wechselspielen über das Geben echter Antworten,
  • Tendenzen zum bewußten Verwischen der Grenze zwischen Fakten und Fiktion sowie zu einem historiographischen Revisionismus,
  • die Herabstufung von als historische oder prophetische Wahrheit gemeinten Bibeltextpassagen zu bloßen Narrativen,
  • die radikale Infragestellung (Auflösung, Dekonstruktion) und Ablehnung jeglicher Dichotomien und Kategorisierungen, insbesondere auch hinsichtlich der Frage der Zugehörigkeit zum “Haus Gottes”,
  • die häufige positive Bezugnahme auf postmodernistische Philosophen wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Richard Rorty, auf postmodernistische Theologen wie Stanley Grenz, John Franke, Stanley Hauerwas, David J. Bosch und J.E. Lesslie Newbigin, sowie auf die “Vordenker” Karl Barth, George Lindbeck und Jürgen Moltmann.

Die Intensität, mit der diese Implikationen vertreten werden, kann durchaus variieren, aber das Gesamtbild ist dennoch eindeutig und klar. Sich selbst gerne als Vertreter einer kulturorientierten Evangelisation in der Postmoderne beschreibend, stellen Emergente in Wirklichkeit Binnenmissionare des Postmodernismus innerhalb der christlichen Kirche dar. Sie behaupten, der christliche Glaube müßte heute “neu gezeichnet” oder “um-erzählt” werden, und fordern damit die Unterwerfung des christlichen Glaubens unter den Postmodernismus als obersten Deuterahmen – nur dann, so sagen sie, könnten Christen eine zunehmend postmodernistisch denkende Gesellschaft erreichen.

Eine wesentliche Wirkung des postmodernistischen Mindsets ist die äußerst auffällige drastische gesellschaftspolitische Linksorientierung der Emergenten Bewegung ins linke Drittel oder gar Viertel des politischen Spektrums, die der bekennenden christlichen Szene bislang aus gutem Grunde absolut fremd gewesen ist. Ferner gibt es eine große Neigung, Kommunitarianismus und menschengemachte “Big Society” an Stelle des Subsidiaritätsprinzips zu setzen.

Der Postmodernismus mit seinen Implikationen ist aber nicht das einzige theologisch-weltanschauliche Kennzeichen der Emergenten Bewegung; es läßt sich noch einiges mehr im harten Kern gemeinsamer emergenter Überzeugungen ausmachen.

Ein besonders problematisches Thema ist die Tendenz zur Infragestellung des Sühne-Geschehens als zentraler übergeordneter Aspekt beim Kreuzestod Jesu und zur Herabstufung des Sühne-Aspekts zu “einer von mehreren Theorien” oder zu einem bloßen Narrativ vergangener Zeiten, das in der heutigen “sündlosen” Gesellschaft ungeeignet dazu sei, das Kreuz zu kommunizieren und zu erklären. Die Kritik daran wird von der internationalen Emergenten Bewegung abwertend als “strikt exklusives Beharren auf traditionellen Sühnetheorien” oder gar als “Sühne-Krieg” (“Atonement Wars”) bezeichnet.

Hiermit verwandt sind weitere weithin in der Emergenten Bewegung geteilte gemeinsame Überzeugungen:

  • die Ablehnung der Hölle im Sinne eines künftigen Ortes ewiger Bestrafung und Trennung von Gott,
  • die Ablehnung eines künftigen allgemeinen endzeitlichen “Zorns Gottes”.

Diese Punkte werden zum einen mit der Forderung nach einem “kohärenten”, “authentischen” Gottesbild begründet – ein Gott, der Vergebungsbereitschaft von uns Menschen fordert, könne nicht selbst Menschen vergelten und sie auf ewig bestrafen -, und sind zum anderen Ausdruck des generellen dahinterstehenden eschatologischen Plots der Bewegung.

Und damit kommen wir zu einem weiteren zentralen Kennzeichen: Die Eschatologie der Emergenten Bewegung und die Sicht auf angrenzende biblische Themen, insbesondere auf das “Königreich Gottes”, unterscheidet sich diametral von der klassischen Sicht eines am Text bleibenden Bibelverständnisses, welche mitunter auch als “Weltflucht-Evangelium” (“Evacuation Gospel”) diskreditiert wird.

Die Eschatologie der Emergenten Bewegung ist postmillennialistisch, sie ist ganz besonders auch präteristisch (nicht hyperpräteristisch im Sinne derer, die auch die Wiederkunft Jesu als bereits geschehen betrachten, aber der überwältigende Teil der neutestamentlichen Eschatologie wird als bereits hinter uns liegend betrachtet), und sie ist präsentisch: Zentrale Elemente des messianischen Friedensreichs werden als “Königreich Gottes” in die Jetztzeit verlagert und von einer prophetischen Verheißung in ein Aktionsprogramm der Kirche umgewandelt.

Zur Stützung dieser Reich-Gottes-Auffassung erfahren die Aussagen über die “Wiederbringung” oder “Wiederherstellung” (Apostelgeschichte 3,21) und über die im Kreuzestod gewirkte Versöhnung mit Gott (Kolosser 1,20) eine charakteristische Umdeutung: Was im ersten Fall eine prophetische Aussage im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu und im zweiten Fall eine Aussage über den Zweck des Kreuzestods Jesu ist, wird plötzlich prozessural uminterpretiert in eine neue Definition von Mission und Evangelium, nämlich daß Gott jetzt aktuell dabei sei, Schritt für Schritt “alles mit sich zu versöhnen” und “alle Dinge wiederherzustellen” ( auch mein Posting zu “La Red del Camino”) – ohne die in den Endzeitreden Jesu und der Offenbarung angekündigte Gerichtszeit und Ausreifung des Bösen, denn all dies liegt nach präteristischer Lesart bereits weit hinter uns. Das ist die vielzitierte “Missio Dei”, die “Mission Gottes, die einen Leib Christi hat”, was mit anderen Worten heißt: Wir, die Kirche, sollen dabei helfen, “alle Dinge wiederherzustellen” – jeder sollte nun erkannt haben, daß wir hier eine im Vergleich zu einem am Text bleibenden Bibelverständnis völlig andere Eschatologie und Reich-Gottes-Lehre vor uns haben.

Damit läßt sich nun auch der Begriff “missional” klar umreißen. “Missional leben” heißt nun, an der “Missio Dei” in dem eben beschriebenen Sinne zu partizipieren, indem man an “Gottes Mission” mitwirkt, “alle Dinge wiederherzustellen”, was sich nahtlos mit dem postmodernistischen Paradigma verbinden läßt, beim Versuch, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, auf die Rolle von Wahrheit und argumentativer Apologetik zu verzichten – eben indem man daran mitwirkt, “alle Dinge wiederherzustellen”.

Ein auf Basis präteristischer Eschatologie besonders von Andrew Perriman und Brian McLaren wiederholt geäußerter Leitgedanke ist übrigens, daß wir uns in der Jetztzeit “off the biblical map” befinden würden, daß unser aktueller “Zeit-Pointer” gewissermaßen jenseits des hinteren Buchdeckels der Bibel gerückt ist und wir uns deshalb in einem “postbiblischen Zeitalter” in “unbekanntem Terrain” befinden würden, für das wir gar keine richtige biblische Wegweisung hätten – ganz so wie bei einem Autofahrer, der mit seiner Deutschland-Karte an Bord nach Polen gefahren ist und irgendwo bei Zielona Góra feststellt, daß er sich inzwischen jenseits des Kartenrandes befindet und nun “selbst” zurechtkommen muß.

Dies letztere ist nun in keinster Weise so weit weg von der deutschen christlichen Szene, wie manch einer jetzt vielleicht denken könnte, denn auf Andrew Perriman als theologischen Gewährsmann wird gerade auch in deutschen emergenten Kreisen, namentlich von Peter Aschoff und Rolf Krüger, wiederholt in positiver, zustimmender Weise Bezug genommen.

Progressive Christen – Schlechte Theologie

Im Windschatten der Emergenten Bewegung segelt derzeit eine andere, nicht so auffällige, schnellwachsende und umfangreiche Bewegung: Die Bewegung der “Progressiven Christen”, von der zwei Mitarbeiter des Gemeindejugendwerkes (GJW) des BEFG, darunter immerhin dessen Vorsitzender(!!) Nils Meinzer, jetzt auch einen deutschen Ableger zu etablieren versuchen. Während beide Bewegungen die Vorliebe für dieselben Orte im weltweiten Netz wie beispielsweise die “Patheos”-Plattform teilen und es durchaus Überschneidungen personeller und theologischer Art zwischen beiden Bewegungen gibt, handelt es sich bei den Progressiven Christen doch um eine getrennt zu betrachtende eigenständige Bewegung mit eigener Organisation, die teilweise radikalere Thesen als die Emergente Bewegung vertritt und nach meinem Eindruck stärker vom “Social Gospel” und linker politischer Ausrichtung und etwas weniger stark vom philosophischen Postmodernismus geprägt ist – aber man kommt in vielen Themenbereichen zu sehr ähnlichen Positionen und dient auch einander als Impulsgeber.

Eindeutig stärker ausgeprägt ist bei den Progressiven Christen, zu deren führenden Vertretern der Theologe Marcus J. Borg gehört, der Pluralismus-Gedanke innerhalb der eigenen Glaubens-Konzeption. Die auffälligste wiederkehrende Veranstaltung der Progressiven Christen ist denn auch gegenwärtig der einmal jährlich stattfindende “Pluralismus-Sonntag”:

Am Pluralismus-Sonntag widmen Kirchengemeinden auf der ganzen Welt ihren Gottesdienst, um unsere interreligiöse Welt zu feiern. Progressive Christen danken Gott für religiöse Vielfalt! Wir behaupten nicht, daß unsere Religion allen anderen überlegen ist. Wir erkennen an, daß andere Religionen genau so gut für andere sein können wie die unsrige für uns. Wir können näher zu Gott kommen und tieferes  Mitgefühl bekommen – und wir können unsere eigenen Traditionen besser verstehen – durch ein innigeres bewußtes Wahrnehmen der Religionen der Welt. Am Pluralismus-Sonntag feiern Kirchen Elemente anderer Glaubensrichtungen dieser Welt in ihren Predigten, Liturgien und Musik; viele lassen Sprecher und Sänger anderer Glaubenstraditionen auftreten.

(aus: The Center for Progressive Christianity, “Pluralism Sunday May 2012″ – Übersetzung: Torsten Narjes)

Eine kurze, gute und knackige Auseinandersetzung gerade mit den Aussagen des Pluralismus-Sonntags liefert Dave Moser auf seiner Website “Armchair Theology”, auf die ich hiermit verweise. Am Ende sagt er nur knapp:

Danke, aber ich möchte lieber Jesus feiern. (Epheser 3,20-21)

(aus: Armchair Theology, “Bad Theology – ProgressiveChristianity.org”)

Ich auch! Amen!

Feindbilder, Vollpfosten und der Gott aus Offenbarung 15

Im vergangenen Monat hatte ich (mindestens) zweimal, nämlich im Rahmen meines Bibelleseplans und später beim Lesen der Losungen, die Gelegenheit, mich mit folgender Bibelstelle auseinanderzusetzen, die ich hier im Luthertext wiedergebe:

Und ich sah ein andres Zeichen am Himmel, das war groß und wunderbar: sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen; denn mit ihnen ist vollendet der Zorn Gottes. Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes:

“Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott!
Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker.
Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen?
Denn du allein bist heilig!
Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir,
denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.”

(Offenbarung 15,1-4, Luther-Übersetzung)

Und ich mußte beim Lesen erneut feststellen: Ja, auch das ist unser Gott! Das ist der Gott, um den es in der Bibel geht, der einzige Gerechte, der Vater Jesu Christi, der Schöpfer und Vollender der Welt. Das ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Jesajas, Jeremias und Daniels, der Gott, dem Paulus und Johannes gedient und ihr Leben gegeben haben. Und es ist seine unpopuläre, frontal gegen den aktuellen Zeitgeist stehende Seite, die hier beschrieben wird.

Viele kennen die obigen Zeilen aus dem bekannten und auch von mir immer noch gern gesungenen Chorus von Stuart Dauermann, aber bedauerlicherweise kennen nur die wenigsten den Kontext dieses “Liedes des Lammes” und wissen, worum es hier tatsächlich geht, weil eschatologische Themen in Predigt und Lehre wie kaum etwas anderes gemieden werden und gemeinhin entweder als irrelevant oder als “un-nett” gelten.

Wir treffen hier auf eine fast surreal anmutende Kontrastsituation. In der Lobpreisschar finden wir die, die “ihr Leben nicht geliebt haben bis an den Tod”, die “den Sieg behalten haben über das Tier” und es weder angebetet noch sein “Zeichen” angenommen haben. Der hier beschriebene Lobpreis findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist mit einem konkreten Anlaß verbunden: Gott läßt seine Gerechtigkeit walten – und zwar seine bestrafende Gerechtigkeit. Und Gott nimmt diesen Lobpreis an – immerhin wird es das “Lied des Lammes” genannt, somit ist letztlich Jesus sogar dessen Autor. Ja, es gibt offensichtlich einen künftigen Zorn Gottes (das Thema hatten wir neulich erst), dessen Höhepunkt hier angekündigt wird und dessen Ausführung die nachfolgenden Verse beschreiben. Und alles, was wir im Kontext finden, deutet darauf hin, daß es sich um schwere, über die Welt als Ganzes gehende Universalgerichte handelt.

Soweit der Befund. Wer dieses “retributive” Gerechtigkeitsverständnis ernst nimmt und vor diesem Hintergrund den linksorientierten bis neomarxistischen Sozialingenieuren unserer Tage sowie ihren theologischen und journalistischen Helfern die Stirn bietet und darüber hinaus noch die eine oder andere Angriffsfläche aufweist, hat gute Chancen, von den Exponenten der Emergenten Bewegung zum “Neo-Apokalyptiker” erklärt zu werden. Auch andere liebevolle wohlklingende Bezeichnungen sind denkbar, wie z.B. “Paläo-Charismatiker” oder “Archäo-Evangelikaler”. Was man aber eigentlich mit diesem elaborierten Code vordergründiger theologischer Kultiviertheit mitteilen möchte, ist so etwas wie “Du nicht weichen wollendes Relikt der Moderne ohne Sprachfähigkeit!”, oder kürzer ausgedrückt: “Du Vollpfosten, Du!”

Wer sich also auf der Basis einer biblisch-christlichen Weltsicht in aktuelle gesellschaftspolitische Debatten einmischt oder Kritik an häretischen Entwicklungen im evangelikalen Umfeld übt, bekommt ein “liberales Feindbild” attestiert mit dem Zusatz “Kein Wunder, bei der Apokalyptik!” Überhaupt werde die evangelikale Bewegung – so “Emergent Deutschland”-Fürst Peter Aschoff in seinem peregrinatio-Blog seinen Gewährsmann Franky Schaeffer zitierend (zwar im Blick auf die USA, aber sehr wohl an deutsche Ohren gerichtet) – “durch ein paar Stars und eine Reihe von Feindbildern zusammengehalten. Wer letztere nicht teilt, wird hinausgedrängt.”

Also mal ehrlich, ich kenne kaum eine Bewegung der letzten 200 Jahre im Dunstkreis des Christentums, die derart von einem intensiv gepflegten (zudem innerchristentümlichen) Feindbild lebt und zusammengehalten wird wie heute die Emergente Bewegung. Die Emergente Bewegung ist vor allem eines: Ein gigantischer, global angelegter Rachefeldzug gegen klassische evangelikal-charismatische Theologie, der Häresie zur Orthodoxie und Orthodoxie zur Häresie erklären möchte – und der sich auch daraus speist, daß die Emergente Bewegung zumindest in Deutschland ein Sammelbecken unzufriedener Kinder evangelikaler Väter ist (man beachte nur einmal die Nachnamen!), deren eventuelles Versagen in puncto Authentizität, Transparenz und Anleitung zu reflektiertem, mündigem Glauben sie hautnah erlebt haben, das sie aber fälschlicherweise der biblisch-christlichen Weltsicht selbst sowie der Korrespondenztheorie der Wahrheit anlasten.

Und es ist ein überaus gewaltiges, monströses Feindbild, was da in emergenten Kreisen beinahe täglich in Postings gepflegt wird, das sachliche Emergent-Kritiker und auch einfach Nichtemergente teilweise bis hin zur Unkenntlichmachung ihres Menschseins und Christseins verzerrt. Die von Joel Borofsky in seinem “offenen, aufrichtigen Brief an die Anhänger der Emergenten Bewegung” geäußerte Kritik am Umgang der Emergenten Bewegung mit ihren Kritikern trifft also nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland ins Schwarze. Christen, die an der herkömmlichen evangelikal-charismatischen Theologie festhalten, wird mit einer teilweise unglaublichen intellektuell-moralischen Hybris begegnet ( diverse Postings von mir), und immer wieder schimmert gerade bei Peter Aschoff durch, daß er gegen solche Christen mitunter auch gemeinsam mit säkularen Kräften aus Staat, Gesellschaft und Journalismus “vorgehen” möchte oder sie von ihren Leitern “eingenordet” sehen möchte. Er macht sie für den ZEIT-Verriß von “Jesus House” verantwortlich, rückt sie sogar in unappetitliche Nähe des norwegischen Attentäters Anders Breivik, dann wiederum sind sie wegen ihrer Überzeugungen “im Hinblick auf die postmoderne Gesellschaft nicht sprach- und anschlußfähig” – und diese Liste ließe sich fortsetzen. Wenn man man noch anfügen würde: “…und sie waschen sich nicht”, würde das kaum noch auffallen.

Hinsichtlich dieses durchgängig äußerst rüden Zungenschlags scheint auf emergenter Seite weithin keinerlei Unrechtsbewußtsein zu existieren. Beispielsweise wurde meine Bemerkung in meiner Apologetik-Sektion, daß Peter Aschoff durch “[...] eine sehr unangenehme rüde Tonlage gegenüber Christen auffällt, die an der klassischen biblisch-christlichen Weltanschauung festhalten”, von diversen Kommentatoren auf der Facebook-Seite von “Physhbourne Sundries” (Georg Warnecke) gar nicht bestritten oder Peter Aschoff dagegen verteidigt, sondern nur höhnisch kommentiert und sich darüber lustig gemacht:

N.N.: peter aschoff fällt durch eine “rüde tonlage” auf ;-)
Mittwoch, 25. Mai 2011 um 23:46

X.Y.: na, das ist ja witzig :-D )
Donnerstag, 26. Mai 2011 um 07:51

Was dieser Mann, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Erlangen, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von “Alpha Deutschland” (Alpha-Kurs) und immer noch Angehöriger des “Kreises Charismatischer Leiter” (KCL) in Deutschland, mindestens seit Beginn meiner Beobachtungen 2009 im peregrinatio-Blog an menschlichem Disrespekt über Nichtemergente ausgießt, die an klassischer evangelikal-charismatischer Theologie und an der Korrespondenztheorie der Wahrheit festhalten, ist eigentlich unfaßbar und zum Heulen und läßt sich auch nicht mit dem idea-Zitat über die “Zwangsläufigkeit eines gewissen Flurschadens bei Leitungskräften” (was ich durchaus nachvollziehen kann) entschuldigen:

Der Pfarrer der Elia-Gemeinde in Erlangen, Peter Aschoff, vertrat die Ansicht, dass Leitungskräfte bereit sein sollten, Verletzungen zu erleiden. Sie müssten sich trauen, auch Unpopuläres zu sagen, und mit den Konsequenzen leben. Es sei bei ihnen fast zwangsläufig, dass neben ihren Erfolgen auch “ein gewisser Flurschaden” entstehe.

(aus: “Gemeinden brauchen Ideen. Hier sind Beispiele!”, idea Spektrum 05/2012, S. 8/9; Bericht über “inno2012″)

Wie blanker Hohn klingt da nur wenige Zeilen später im selben idea-Artikel der ausgerechnet von Johannes Reimer stammende Satz: “Gebraucht werde eine positive Streitkultur“. Na, dann faßt euch mal an die eigene Nase! Und fangt darüber hinaus wieder an, Wahrheit, intellektuelle Redlichkeit und Transparenz zu praktizieren. Selten so mit dem Kopf geschüttelt…